Samstag, 2. März 2013

Frühlingserwachen...




Die Rückkehr in den thurgauischen Winter fiel mir nach 3 Monaten im heiss-feuchten Misiones nicht ganz leicht... Da half nicht einmal die Flucht ins Hallenbad wo ich eine Akklimatisierungswoche machen wollte in der Annahme es sei dort flauschig warm und eben subtropisch feucht. Doch Zähne klappernd und übersät mit Hühnerhaut zog ich meine ersten Längen. Es fühlte sich zwar sofort wieder gut an, das Nass, aber biwakieren wollte ich dann dort doch nicht. Auch der ungefragte Kommentar meines Geheimcoaches nach der ersten Trainingswoche, dass mein Stil also trotz langer Pause SUPER sei, macht die fehlende Hitze nicht wett. Aber gefreut hat’s mich natürlich trotzdem.

Mein erstes lockeres Läufli den einheimischen Flüssen entlang war mehr Schock als Genuss. Zwar durfte ich endlich wieder einmal mit meinem geliebten Sparringpartner statt Pfefferspray los ziehen, die Piste war ungewohnt eben, ich trug wollene Unterwäsche und war vermummt bis zur Unkenntlichkeit, aber jeder Atemzug schmerzte und nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, eine Lunge aus Eis zu haben. Mittlerweile habe ich mich einigermassen daran gewöhnt, mummle mich aber für mich immer noch in ungewohnt viele Schichten.

Naja, alles kann Frau dann eben doch nicht haben... Dennoch wollte ich das erste ganze Wochenende nutzen, um mal wieder ein bisschen aufs Höbeli zu steigen. Die letzte Ausfahrt respektive der letzte Kontakt mit Pedalen und Sattel, hm... das muss im November gewesen sein... Der Wetterbericht prophezeite Sonne und angenehme 7 Grad, was mich schon fast euphorisch werden liess. Natürlich kam’s mal wieder ganz anders, aber das stresste mich gar nicht. Bin mich ja nun wirklich gewohnt, dass es selten so kommt wie man angenommen hat. Der Hochnebel drückte am Samstagmittag schon fast wieder schwer aufs Gemüt, das Thermometer zeigte 1 Grad an, mein Tacho null, aber Amira stand frisch ab Service im Keller und ja: Es war grad niemand da, der mich von der bireweichen Idee abbringen wollte... Und so kann ich jetzt mit Gammelzehen und Frostbeulen sagen, dass auch Mrs. S ihre ersten km gegen die fiese Bise gefahren ist, 90 min brav im GA1.
 
Jaja, so ist das. Ich bin wieder da. Ich bin motiviert. Ich trainiere wieder. Und ich bin geduldig. (Hahaha!) Ich freue mich auf den Frühling, auf ganz viel Zeit draussen, auf die Trainings in der Sonne und im Regen auch, auf den Wind im Gesicht, aufs Kribbeln im Bauch vor einem Wettkampf und auf das absolut unbeschreibliche Gefühl nach einem gelungenen Rennen. Ich bin ready!

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