Dienstag, 16. April 2013

Bella Italia!


Natürlich habe ich im Trainingslager in Massa Marittima darauf gehofft, dass ich urplötzlich eine neue tolle Idee für einen unterhaltsamen Blog haben würde. Aber offenbar sind meine verbliebenen Hirnzellen Rennfahrer-like auf den 1000 km mindestens um eine Etage tiefer gerutscht und die letzten beiden Mohikaner bringen nun nichts Glorreiches mehr zustande... Dies ist mir bewusst geworden, als ich ordentlich angemüdet am Montagmorgen den ersten nicht triathletischen Satz hätte von mir geben sollen. Was soll’s! Meine Klientel ist durchaus verständnisvoll und auch nie sauer, wenn die Rädelsführerin wirkt als habe sie aus Versehen ein paar Ritalin zu viel erwischt.

Happy birthday -
kleine Frau, grosser Hunger!
Worüber soll ich nun also schreiben? Über das Essen von Nüssen und Grapefruit und die daraus resultierenden Ähnlichkeiten mit dem Säbelzahneichhörnchen Scrat? Und darüber, wie man an einer Hand voll gierig verschlungener Nüsse nicht Schneewittchen mässig erstickt? Über Wasser und Bananen auf dem Velo? Oder über den klitzekleinen Frust, nach so viel Training zwar geschrumpft zu sein – und das nicht nur im Hirn – aber die Waage das komischerweise nicht gemerkt hat? Es gibt Geschichten über Ganzkörper-Compression-Suits, Powernaps, Schäferstündchen und die Wirkung von Reichmuth’s magischem Vino Rosso auf die Regeneration. Stories von Triathleten, die am Ruhetag auf dem Markt Wildschweinen nachstellen, nach knapp 20 min auf der Piazza unruhig hin und her zu rutschen beginnen, schnell einen Topf Honig leer mampfen und danach auf einem 2-stündigen Türchen fast sterben. Sogar das Bio-Mikado wurde diesen April zwischen Gabelino und Prata erfunden!

5 x Frauenpower!
Ich könnte natürlich auch über Männer schreiben, die meine knackige Radgruppe belächelt, sie despektierlich als Handtäschli-Truppe bezeichnet, aber schon am Dienstag auf Knien um eine Mitfahrgelegenheit gebeten haben und mich als Männer mobbendes Monster titulierten, weil ich sie trotzdem nicht mitgenommen habe. Über Männer, die im Gegenwind fast stehen blieben, galant die Girls vor liessen um beim Nachtessen dann zu behaupten, die Mädels hätten sie platt gestampft. Wie steht es um das Drücken jeder Bodenwelle und die Behauptung, man könne Tierli, Tatti oder gar Montebamboli im GA1 fahren, wenn Mann nur genug stampfe? Und warum hingen diese Herren dann jeweils am Abend total ko über Pasta, Pizza und Risotto? 

Keep smiling - auch
nach 6 1/2 Stunden im Sattel.
Es gab sogar einen (heimlichen) Contest zur Kürung des knackigsten Hintern. Gewonnen hat... ganz klar und ohne Zweifel meine Gruppe!!! Und natürlich auch mein ganz privater Führungstöff. Ich könnte von Krisen am Schweineberg und über den Plazebo von Koffein Shots berichten oder  darüber, wie eine Horde zierlicher, stinkender, ausgehungerter und halb verdursteter Frauen abends um halb 6 den Coop in Montieri stürmten um die letzten 20 Minuten der 145 km Tour Cancellara mässig fertig zu fahren und darüber, wie sich die Jungs im Il Cicalino wunderten, warum die 6 Damen johlend, lachend und überhaupt nicht ko erst knapp vor dem Eindunkeln wieder auftauchten. Oder darüber, wie das 1 km-Lagen-Spezial-Geburtstagstraining vor dem Frühstück zu einigem Kopfschütteln in den Bahnen links und rechts führte. Wobei die Herren nicht merkten, dass auch wir Goldfischli unsere Köpfe über ihre eigenartigen Verrenkungen und Übungen schüttelten.

Jaja... Es gäbe einiges zu berichten, tatsächlich... Vor allem aber und zusammengefasst lässt sich sagen, dass die 10 Tage Toscana fantastisch waren – „Ferien“ ganz nach meinem Geschmack! 

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