Sonntag, 30. Juni 2013

Specialized Deutschland Grand Prix in Bad Saulgau 29.6.2013



Trotz strömendem Regen, heftigen Böen und winterlichen Temperaturen machten Mr. Highroad und ich uns am Samstagmorgen überaus motiviert und nervös auf nach Bad Saulgau um unser erstes Velorennen, ein Einzelzeitfahren über 31,5 km, zu bestreiten. Eingeladen hatte mich Mr. Specialized himself mit dem Auftrag, die Spezi-Händlerwertung für die Pedalerie zu gewinnen. Go, Simi, go!!!
Muffensausen...


Gesagt, getan. Naja... Das Studium der Rangliste aus dem Vorjahr war wohl mit ein Grund für meine Nervosität, denn die erste Dame meiner AK hatte die coupierte Strecke mit einem Ü40er platt gefahren. Dazu kamen Anfängerfragen nach dem richtigen Outfit, wie man möglichst elegant von so einer Rampe fährt, was es sonst noch zu berücksichtigen gibt bei einem Zeitfahren und überhaupt... Dies alles erwies sich im Nachhinein natürlich als total unwichtig.

Die Atmosphäre auf dem Platz, im Wohnzimmer von Specialized sozusagen, war genial, das ganze Drumrum stimmte, eine Superorganisation, die Materialschlacht der Athleten mindestens so gross wie beim Triathlon, die Stimmung unter den Fahrern besonders nach dem Rennen locker, wir haben grad noch Bekanntschaft mit einigen Cracks gemacht, man weiss ja nie, vielleicht, vielleicht...

Im strömenden Regen fuhr ich etwas ein während Beat bereits auf der Strecke war. Doch leider lief es ihm nicht nach Plan, ein Sturz verpatzte das Ganze und ich wollte schon unverrichteter Dinge wieder abziehen. Doch nachdem ich einen liebevollen Tritt in den Hintern bekommen habe und noch etwas mehr Druck, mich nämlich für ihn an der Strecke zu rächen, schritt ich in meinem Swiss-Trikot Richtung Start und schüchterte so die Konkurrentinnen grad schon mal etwas ein. Mit bangem Herzen und in Aero-Vollmontur kletterte ich auf die Startrampe. War das ein geiles Gefühl! Ausserdem blinzelte pünktlich auf den Start des Damenrennens die Sonne doch noch durch die Wolkendecke.

Dann ging’s los: Auf km 3 hatte ich bereits einen metallenen Geschmack im Mund. Chefin im Rennen-Einteilen, haha! Auf km 5 überholte ich die ersten zwei Konkurrentinnen, die 3 min vor mir gestartet waren. Auf km 15 und kurz vor dem Wendepunkt donnerte eine Frau an mir vorbei, womit meine 30 Sekunden Vorsprung futsch waren. Aber statt den Bickel zu verwerfen, stampfte ich einfach weiter, biss in den Lenker und fightete wirklich bis zum bitteren Ende. Ich habe weder etwas von der schönen Landschaft noch von den Zuschauern noch von der Strecke noch...mitbekommen. Bei km 21 hätte es von mir aus gerne vorbei sein dürfen, bei km 25 bin ich schon fast ohnmächtig gewesen und bei km 30 hatte ich über 70 auf dem Tacho. So cool!

Im Ziel dann war ich zittrig wie eine Greisin, habe alles nur noch total verschwommen gesehen, konnte den Transponder unmöglich selber abnehmen und bin wie die Herren Tour de France bei der Bergankunft auf der Alp d’Huez vom Hobel gekippt. Kein schöner Anblick... Umso überraschter war ich dann, als ich sogar zweimal aufs Podest konnte! Mrs. S, die Abräumerin des Tages sozusagen, mit einem 3. Rang in der Klasse Master 1 (overall Rang 8) und als Siegerin in der Händlerinnenwertung sogar mit Pokal geehrt – da konnte sich sogar Beat wieder ein Lächeln abringen. Und ja: obwohl ich all meinen Charme einsetzte und probierte, meinen Holzpokal gegen etwas Carbon (ein S-Works Shiv) einzutauschen, so weit wollten die Herren Specialized sich dann doch nicht aus dem Fenster lehnen. Aber ich probiere es wieder, nächstes Jahr...

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