Mittwoch, 5. Februar 2014

Von Adlern und Bibern


Eine Woche Sommer, eine Woche im Sattel mit Sonne im Gesicht und Wind in den Haaren - darauf habe ich mich trotz des ziemlich trockenen Winters schon lange gefreut. Und so endeten wir zusammen mit einem Rudel hungriger Ostschweizer Triathleten im Las Playitas auf Fuerteventura um neben den Cracks, die dort überwintern, das zu tun, was wirklich Spass macht: km fressen, dazu etwas laufen über Lavahügel und schwimmen im 50m Pool.

Liebe oder Windschatten?!
Als Individualtouristen bildeten sich schon am ersten Abend zwischen den Gängen ans Buffet zwei Stärkegruppen: Die erste bestehend aus vier ambitionierten Herren im besten Alter, die andere aus dem gesammelten Rest. Diese wiederum splittete sich aber schon nach der ersten Ausfahrt am Sonntag auf, da das coupierte Gelände und der ziemlich starke Wind das Velotraining anspruchsvoll und hart machten und nicht alle auf so viele Rad-km wie ich zurückgreifen konnten. Meine Gruppe, das war Fred die Maschine, der vor unserem Abflug immerhin 2x für eine Stunde auf der Rolle sass, und Pascal, auf den ich bereits in Massa immer zählen konnte, wenn es darum ging, ihm Windschatten zu spenden ;-)

Ich konnte ausgesprochen gut trainieren und absolvierte 6 tolle Touren, meistens durch die Hügel um Betancuria - einfach atemberaubend schön dort! - und dann zurück Richtung Hotel mit dermassen Rückenwind, dass man spätestens ab Antigua nur so flog und mit über 60km/h über Wellen donnern konnte, ohne dass der Puls nach oben schnellte. HIMMLISCH! Danach gab’s eigentlich immer noch ein kleines Koppelläufli oder eine Schwimmeinheit oder auch beides, gefolgt von mindestens einem Cerveza con Limón, damit ich gestärkt und in Abendrobe zur Schlacht am Buffet antreten konnte.

Gefährliche Adler und hyperaktive Biber...
Ob Adler wirklich verrückt nach Snickers sind? Warum die Atlashörnli nicht still sitzen können und ob sie tatsächlich vom Biberschwanzhörnli abstammen? Wieso Herr Guize und Ajose keine Appenzeller Biber mögen, aber Gaissenmais, wenn man sie nur an der richtigen Stelle krault? Warum man  nach spätestens 3 Stunden aufm Velo gar nicht mehr zu sprechen braucht sondern den Kollegen allein mit Schneuzgeräuschen zu verstehen geben kann, ob’s rechts oder links geht oder es Zeit für eine Pisspause ist? Gibt es in Frankreich schon iPhones? Warum sollte man NIE eine Dame zum Täfelisprint herausfordern um sich danach mit einer feigen Ausrede doch der Handtäschligruppe anzuschliessen um sich von der dann auch noch heim ziehen lässt? Wieso GA1 nicht GA2 ist und ob man die Beziehung nicht doch zu arg strapaziert, wenn man beim Sex die Pulsuhr anlässt und den Bidon neben dem Bett parat stellt? Welche Form denn nun die richtige ist für die wahre Liebe? Und ob es sehr schlimm ist, wenn man jeden Abend Zältli klauen geht an der Rezeption? Ob es am Ende doch mehr Sinn macht, täglich mindestens 7 Wunderpillen einzuwerfen oder ob es vielleicht auch reicht, wenn man einfach dreimal ans Dessertbuffet geht um sich mit den nötigen Vitaminen zu versorgen? Ist Schokolade wirklich Salat? Jaja... All diese Fragen und noch mehr blieben trotz eingehender und durchaus lustiger Diskussionen zu jeder Tageszeit ungeklärt, so dass ich nächsten Januar wohl einfach noch einmal nach Fuerte fliegen muss um die Rätsel zu lüften...

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