Sonntag, 29. Juni 2014

Triathlon Märwil

 Brikett oder Panqueque…?!
Während einige meiner Kolleginnen bei bestem Wetter am Samstag in Spiez dafür sorgten, dass meine Triathlon Weltordnung wieder hergestellt wurde, entschied ich mich schon vor längerer Zeit für den Start am Märwiler Triathlon, gleich hier um die Hausecke sozusagen im Herzen des schönen Thurgaus.

Zum Frühstück warf ich mir noch ein letztes Brikett ein (ob ich da etwas missverstanden habe?!) und lauschte dazu dem Prasseln des Dauerschiffs. Besonders motivierend war das irgendwie nicht gerade. Dick eingepackt mit meinen wetter- und winterfesten Schnäppchen aus Kitzbühel zog ich wenigstens nicht schon im Morgengrauen los, um auf dem Festgelände dann herzlichst empfangen zu werden von Vereinskollegen, Veranstaltern, Helfern und unserer Team Managerin ;-) Das war schon mal super!

Der Tümpel an einem herrlichen
Sommertag - aber nicht heute...
Die Wechselzone war dann schnell eingerichtet. Pünktlich auf den Start der letzten der drei Wellen, den sogenannten Routiniers, also meiner, begann es heftig zu winden. Schlotternd stürzte ich mich ins Riet um die kurzen 200m in Angriff zu nehmen. Dieser Naturweiher steht unter Schutz und bietet eine aussergewöhnliche Atmosphäre. Bei schönem Wetter ist der Weiher ausserdem super, um vom Steg nach dem Rennen diverse Tricks zu üben, die dann später vom Sprungbrett in der Badi verfeinert werden könnten. Aber eben: heute regnete es nur einmal. Als 4. Person – wir starteten hier Kraut und Rüben, also Männlein und Weiblein durcheinander – konnte ich mich dann auch schon nach gut 3 Minuten aufs Velo schwingen.

Obwohl mir Don Carbone extra noch ein Vorderrad mit Aluflanken montiert hatte, um besser bremsen zu können im Regen, fuhr ich die Abfahrten wie eine totale Anfängerin, ich wollte kein Risiko eingehen und Lackschaden produzieren. Trotzdem war ich doch SEHR überrascht, dass mich Hubi, die Maschine, erst in der Rampe nach Bussnang überholte – den Bananenschwumm üben wir dann im kommenden Winter, gell ;-) Der Wind blies gnadenlos von vorne, der Regen schien von allen Seiten zu kommen. Im Nu waren meine Schuhe randvoll und meine Frisur trotz Calimero-Helm im Eimer. Tja! Meine Beine waren nicht so flockig und motzten gewaltig in jedem Anstieg. Dennoch genoss ich die coupierte Regentour über Land von A bis Z und beendete die 20 km mit der zweitschnellsten Frauen-Zeit des Tages.

Der abschliessende, 7 km lange Geländelauf gespickt mit einigen Steigungen war dann die ultimative Challenge. Nicht nur, weil der Wettkampf für meinen Gusto sowieso verkehrt herum konzipiert ist, also nur superkurz schwimmen und dann umgekehrt proportional viel zu viel laufen, nein, es begann regelrecht zu schütten! Es goss aus Eimern, Sturzbäche kamen mir entgegen, ich konnte mich gar nicht entscheiden, wo ich rennen soll, denn alles war geflutet. Meine Schuhe wogen Zentner, mein Dress war so durchnässt, dass die Schwerkraft siegte und die Hosenbeine zu flattern begannen (nein, das hatte wiederum nichts mit meinem Tempo zu tun!), es war einfach nur brutal nass und dazu gesellte sich dann noch ein fieser Wind, natürlich wieder von vorne. Pfui Teufel! Einen Kilometer vor Schluss sah ich von hinten Pascal, unseren Club Kassier, näher kommen. Obwohl ich ihn charmant bat, mich doch dieses eine Mal gewinnen zu lassen, zog er an. Ich ging mit, konterte, er zog vorbei, und ja, wir duellierten uns schonungslos, Ellbogen an Ellbogen bis auf die Ziellinie, die wir mit der genau gleichen finisher-Zeit und einem breiten Grinsen überquerten. Danke, dass du mir diesen Tritt in den Hintern gegeben hast!


Am Ende reichte es damit - hinter Nadine mit exakt der selben Schwimm- und Radzeit, dafür schnelleren Wechseln und einer etwas langsameren Laufzeit - für den 2. Rang, ein Stück Kuchen, ein paar Bananen und einen geselligen Mittag im Festzelt. Wirklich ein cooler Wettkampf, sogar oder gerade bei diesem miesen Wetter. Ein kleiner, aber feiner Anlass, von einigen jungen Kerlen des eigens für dieses Rennen gegründeten Vereins perfekt organisiert! Ein grosses Dankeschön allen Helferinnen und Helfern und natürlich auch den nicht so zahlreichen, dafür umso treueren Fans, die ausharrten.

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