Sonntag, 6. Juli 2014

Thurathlon Dernière

Top seriös vorbereitet mit zwei Biketrainings und mageren 4x30 min Inlinen ging ich heute ein weiteres Mal mit Don Carbone an den Thurathlonstart. Nein, nein, Druck gab’s gar keinen, aber ohne Gold müsste ich dann wohl den Heimweg zu Fuss antreten. Triathleten klagen ja immer, sie seien nicht gut in Form, kommen grad aus dem Training oder irgend etwas anderes stimme nicht in der Vorbereitung, aber ich wage zu behaupten, dass ich in den klassischen 3 Disziplinen wunderbar im Schuss bin und soooo anders kann dann das andere ja auch nicht sein! Don Carbone überlässt mir ja gerne die gefährlicheren Parts.

Also ich war top motiviert, sogar die Sonne strahlte vom Himmel, das hat ja auch lange genug gedauert: Die letzten vier Jahre war es immer entweder kalt oder nass oder noch lieber beides. Heute aber Traumbedingungen zum Ferienanfang.

Etwas nervös wartete ich in Romanshorn auf Beat, der gewöhnlich ja als erster aus dem Wasser steigt. Der erste Typ reagierte allerdings nicht, auch die beiden nächsten nicht, aber dann, dann ging’s los! Selbstverständlich habe ich meine ganzen taktischen Pläne schon in der ersten Unterführung gekübelt und mein Puls schnellte auf rund 170 Schläge, wo er dann mehr oder weniger in den nächsten 58 min auch blieb. Immerhin: Der Wind blies dieses Mal sanft von hinten und der Rücken machte erst kurz vor Bürglen auf sich aufmerksam. Die ersten km fuhr ich mausbeinalleine, irgendwann rollten 2 Typen an mir vorbei, anschliessend ein Zügli, auf das ich aber nicht aufsitzen konnte. Nicht mal mein Windschatten aus vergangenen Tagen tauchte auf, und so tuckerte ich die 25 km im Alleingang und genoss es sogar ein kleines bisschen. Und mit dem Unterbieten der Stundenmarke bin ich mehr als zufrieden!

Beat scharrte bereits und schoss dann rasant aus der Wechselzone, während ich mich mit Ach und Krach von den Rollen befreite, meinen Rücken ein paar Mal durch knackste und mich dann ins Bike Tenue schmiss. Ich freute mich unheimlich aufs Biken, im vergangenen Winter habe ich eifrig an meiner Form gefeilt und ich hatte das Gefühl, heute, ja heute könnte der eine oder andere Gegner dann ein bisschen alt ausschauen...

Nach etwas mehr als einer Stunde Pause übernahm ich den Transponder wieder und flog los. Die Strecke kenne ich ja bestens und konnte mich drum 100% auf Spaziergänger, Hunde, Pferdetransporter und Stockenten konzentrieren, die sich im Thurland in Scharen und Schwärmen tummelten. Zum Glück kann ich sensationell gut durch die Finger pfeifen und so kam am Ende dann niemand zu Schaden. Als es dann fies Richtung Ottenberg rauf ging, hängte sich ein Kaliber von einem Mann an mein Hinterrad, wo er aus dem allerletzten Loch zu pfeifen schien. Ich dachte die ganze Zeit, sobald es dann etwas flacher werde, zöge er vorbei, aber leicht wollte ich ihm das auf gar keinen Fall machen und es passierte dann auch erst auf den allerletzten 5 km. Immerhin: Er forderte mich auf, dran zu bleiben und so schossen wir gemeinsam querfeldein über Wiesen und durch einige wenige Schlammpfützen Richtung Gütti, wo ich total ausgepumpt und voll geflashed nach 1:13.04 Don Carbone zum letzten Mal übergab, damit er die 11 km lange Laufstrecke noch irgendwie überlebe... Verschlammt, verschwitzt und rund herum zufrieden rannten wir nach vollbrachtem Tagwerk, also kurz nach dem Mittag, als schnellstes Couple überhaupt und nur von einem einzigen Team – dem legendären ic frauenfeld ;-) – geschlagen über die Ziellinie. Happy ending.

Das war’s jetzt also mit dem Thurathlon. Da keine Nachfolgerorganisatoren für die Veranstaltung gefunden wurden, können wir alle wohl oder übel auch nicht mehr in den Genuss dieser kleinen, etwas handglismeten, aber sehr charmanten Veranstaltung kommen. Ich fand’s immer cool, mit alten Bekannten durch den Thurgau zu racen. Tja... Da müssen wir wohl etwas anderes finden, um etwas Ruhm und Ehre zu verdienen in Zukunft ;-)

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