Donnerstag, 9. Juli 2015

On the road to Geneva... (Teil 2)

…kann so einiges dazwischen kommen: ein fieser Infekt, gereizte Bronchien, ein blockierter Wadenbeinkopf, generell saure Haxen, ergo schlechte Laune,… Am allerschlimmsten ist es dann,  einfach zu akzeptieren, dass der Körper doch keine Maschine ist, auch wenn er schön gestählt ausschaut und man mit dem Sixpack auf dem Sprungbrett durchaus eine elegante Figur abgibt (finden meine Söhne) und eben dieser Body halt einfach mal 'ne Pause braucht. Das hört sich für manch einen wahnsinnig entspannend an, ist es aber für mich nie (das kann mein "Haun-wir-sie-weg"-Chat bestätigen). Es ist in solchen Momenten für Mrs S allerhöchste Zeit für eine Liegestuhl-Session, für ein Buch, auf sanftes Drängeln meiner Söhne auch für etwas Alkohol in Form eines leckeren Schirmli-Drinks, sogar für ausserordentlich viel Schokolade (das wissen auch meine Schülerinnen und Schüler - verdankenswerter Weise bekomme ich seit 14 Jahren jeden Sommer mindestens 2 kg Snickers geschenkt), und dann nach 2 Tagen heulen, jammern, im Selbstmitleid versinken,… Dann geht's wieder.

Also noch einmal einige Tage volle Kanne trainieren, also gemütlich. Keine Killereinheiten. Man kann sich bei den hitzigen Temperaturen auch so locker ins Nirvana trainieren. Etwas Gutes hat es ja, das Wetter: Endlich sind auch bei uns in Mitteleuropa die Strassen total leer gefegt! Das ist einfach super, und so kommt dann das Tour de France Feeling sogar im heimischen Thurgau auf, vorbei an Sonnenblumenfeldern, der Duft von Stroh und Heu in der Luft, einfach genial!

Aber das nächste Grounding kommt bestimmt. Spätestens, wenn man heraus findet, dass es nebst keinen Parkplätzen beim Hotel (was man de facto bereits im November wusste) auch kein Frühstück gibt vor dem Race, ja nicht einmal einen Kaffee. Ist ja auch schwierig, wenn über 70 Schweizer Athleten am Sonntagmorgen zwischen 6.30 und 7.30 über die Standart  Distanz in Genf starten wollen. Vielleicht geht das als Nüchternläufli durch, wer weiss. Oder eventuell schafft man es danach grad noch knapp ans Buffet, allenfalls etwas verschwitzt, aber...?! Der Hammer aber ist dann, dass auch die Fahrräder nicht willkommen sind im Hotel. Dann wird's auch für mich Optimistin schwierig, motiviert zu bleiben. Meine Güte, willkommen in der Schweiz!

Wenn ich im vergangenen Jahr aber eines richtig gut gelernt habe, so ist es, nicht immer nur zu nicken und den Ärger schön brav runter zu schlucken, sondern auch mal Dampf abzulassen und zwar nicht nur in Form meines Geschreibsels hier. Es nützt tatsächlich, mit Anwälten zu drohen, also nicht im oben beschriebenen Fall, aber zum Beispiel wenn Lebensversicherungen zicken oder irgendwelche staubigen Ämter involviert sind. Für Genf reichte es, unserer lieben Melanie zu what's äppen. Denn sie wird's sicherlich richten. Was sie auch tat. Über Nacht! Was wäre die Schweizer Delegation ohne sie? Das darf man ja auch mal sagen. Danke Melanie! 

Und jetzt, da alles einigermassen geritzt ist, alles mehr oder weniger gepackt ist, fläze ich mich aufs Sofa, lege noch einmal die Beine hoch, gönn mir ein kühles Bier und freue mich mordsmegamässig, in Genf endlich all die netten und alt bekannten Durchgeknallten wieder einmal zu treffen! 

The heat is on - let's rock Geneva 2015!

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