Sonntag, 21. August 2016

Rhyathlon

Als ich gestern in aller Frühe das Wettkampfgelände in Balgach betrat, hatte ich ein kleines Flashback. Ich fühlte mich schlagartig 20 Jahre zurück versetzt an den 100-Meter-Hürden-Start eines meiner letzten 7-Kämpfe, damals mit minimer Rest-Tequilla-Promille im Blut noch von der Maturareise her, arg zittrig. Aber das ist eine andere Geschichte. Gestern betrat ich das Wettkampfgelände selbstverständlich in allerbester Verfassung und wurde da vom versammelten Schawi-Clan aufs Herzlichste empfangen. Über diese Rheintaler mag man ja sagen, was man will, etwas ungehobelte Kerle, die kein Blatt vor den Mund nehmen... Aber herzlich sind sie, allesamt! Hab mich extrem willkommen gefühlt.

Das Schwimmen im Baggerweiher war total cool! Männlein und Weiblein wurden mit unterschiedlichen Badekappen markiert, so dass ich unterwegs schon recht genau wusste, wo ich stehe. Oder eben schwimme. Ohne Neopren, was mir immer sehr gefällt. Als 3. Frau erklomm ich das Ufer und freute mich brutal auf die topfebene, 22 km lange Radstrecke. Bald klebte Reona an meinem Hinterrad, ich wollte es aber nicht wie Nicola Spirig machen. Zum Glück wurden wir dann von ein paar Herren aufgesammelt und nach einem kurzen Moment des Zögerns – Draften ist natürlich nicht erlaubt – hängten wir uns da ran. Das wiederum führte zu einigen unschönen Diskussionen in der Gruppe, ein „Polizist“ fand nämlich unsere Abstände absolut nicht okay, wobei auch er keine 8 Meter Abstand hielt. Wie dem auch sei: Auch wir Girls übernahmen zwischendurch unseren Part. Ich muss sagen, mit dieser Performance habe ich den ein oder anderen gestandenen Radfahrer doch etwas beeindruckt. Ich mich selber auch. War exorbitant! Das habe ich dann natürlich auf dem Laufen einmal mehr gezahlt, aber ist ja egal. Ohne aus den Füssen zu bluten erreichte ich nach 74 Minuten Gesamtarbeitszeit wieder diese eingangs erwähnte 400-Meterbahn, auf der ich mich schon vor Jahrzehnten heimisch fühlte, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann.


Was macht so einen Triathlon denn eigentlich so cool, fragt sich manch einer oder eine in meinem Umfeld immer wieder, wenn ich etwas angemüdet und / oder hinkend nach dem Wochenende wieder im Alltag erscheine. Das allerbeste sind für mich die Leute, die man trifft. Und im Rheintal war das besonders charmant. Nebst altbekannten Freunden trifft man auf alte Unbekannte – zum Beispiel Christian H., den ich im Juli 2012 auf dem San Bernardino angequatscht habe und der mich sofort wieder erkannt hat. Man lernt auch neue sympathische Leute kennen, einheimische Ulknudeln und Originale, oder Fremde, die eigens für den Rhythlon aus Neuseeland oder Norwegen angereist sind. Ehrlich gesagt ist es mir auch schnurzpiepegal, wenn ich von aufgestellten, netten, mehr oder weniger jungen Ladies geschlagen werde, solange sie eben nett sind. Drum macht Triathlon Spass. Unter anderem. Und weil etwas Leiden zwischendurch auch zum Leben gehört.


Wegen den Preisen race ich eigentlich eher nicht, ich verdiene eigentlich genug Taschengeld, um mir meine kleinen Wünsche zu erfüllen. Und auf gäddrige Finishershirts made in irgendwo kann ich bestens verzichten. Drum bekommt man am Rhyathlon kein Shirt, sondern eine stylische Sonnenbrille zusammen mit einem ganzen Sack voller Goodies, die man tatsächlich gut brauchen kann. Nicht zu vergessen den Schmuck-Gutschein, den alle Damen auf dem Podium erhielten. Das finde ich richtig cool. Herzlich, freundlich, familiär – von Anfang bis zur verschiffeten Siegerehrung ein wunderbarer Sonntagsausflug. Danke tuusig!

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