Montag, 7. August 2017

Tour du Dauphiné

Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich unterdessen (also während ich in der "flachen" Haute Provence noch locker eine Woche etwas ausrollte) all die Eindrücke meiner Tour du Dauphiné etwas sortieren konnte, aber nein: Da ist nur ein farbenfroher Brei aus wunderschönen Erinnerungen, Emotionen, unvergesslichen Erlebnissen in meinem Radlerhirn... Und sonst eigentlich gar nichts mehr. 

Etappe 1, Sonntag 23. Juli von Echirolles (Grenoble) nach Die durch die atemberaubenden Schluchten des Vercors. Die Gruppe 2 musste sich noch etwas finden, die Herren donnerten wie die Irren in die erste Rampe rein und ich fand mich innert null Komma gar nichts im Gruppetto wieder. Auf den 130 km haben wir zweimal unseren Guide verloren (aber wieder gefunden). Das konnte ja heiter werden...


Etappe 2, Montag 24. Juli führte uns unter dem Deckmantel "Übergangsetappe" nach Ancelle, womit wir auch bereits die Hochalpen erreicht hätten. Also ich allerdings nur knapp, denn ich wurde beinahe vom einsamen Col du Foyer geweht, nachdem ich zuvor runter vom Menée schon im Regen fast erfroren war... In Ancelle wurde ich dann dafür unkompliziert in die Geheimnisse des Schmutzbiers eingeführt.


Etappe 3, Dienstag 25. Juli. Eine ziemlich lange Anfahrt über einige Höger zum bekannten Col d'Izoard, den unsere Italienisch-Schweizerische Fluchtgruppe nicht mit ganz leeren Bidons fahren wollte...  Ich fühlte mich den ganzen Tag über unschlagbar und erreichte das Etappenziel Briançon mit einem extrem breiten Grinsen.


Etappe 4, Mittwoch 26. Juli. Nach einer fruchtbar schlechten Nacht wusste ich, dass die 21 mystischen Kehren auf die Alp d'Huez kein Spaziergang werden würden. Dummerweise habe ich dann aus lauter Blödsinn 3 km unter dem Col du Lautaret eine Attacke kleine gestartet, unsere ganze Gruppe damit komplett zersplittert und das Pass-Täfeli im Endorphinrausch erreicht, hatte aber damit auch all meine Körner bereits verschossen... Das war zugegeben echt dumm, aber es machte eben zu dem Moment auch irre Spass. Das Ziel auf der Alp d'Huez habe ich dann vor lauter In-den-Lenker-beissen verpasst und bin drum durchs Dorf hindurch geschossen und habe die Übung erst bei der Gipfelstation abgebrochen...


Etappe 5, Donnerstag 27. Juli über den Col du Glandon (kurz vor dem Croix de Fer links abbiegen) und den Télégraphe nach Valloir, heute wieder mit frischen Beinen und daher in der Fluchtgruppe und ohne Kaffeplausch.


Etappe 6, Freitag 28. Juli führte uns nach dem Frühstück direkt auf den Galibier - so was Schönes habe ich noch selten gefahren !! Allerdings wurde dann das Dessert des Tages, der kleine, holprige, steile Sarenne zur Alp d'Huez hoch, der auf dem Höhenprofil neben dem Galibier bloss wie ein Maulwurfhaufen aussah, zur echten Challenge. Mein energetisch absoluter Tiefpunkt der Woche, was ich dann einfach mit viel Panaché weggespült habe...


Etappe 7, Samstag 29. Juli, eine wunderschöne Abschlusstour über den Col d'Ornon und die Corniche du Drac zurück nach Echirolles (,von wo wir uns dann grad noch 165 km weiter nach Süden, genauer gesagt ins Vitaverde nach Cruis verschoben (allerdings per Auto) um die Form an unseren "Hauspässen" Lure, Mort l'Imbert, Montfuron, Aulan und natürlich am Mont Ventoux noch zu verfeinern...).


Das waren 7 Tage, beinahe 36 Stunden im Sattel über 19 deklarierte Pässe und unzählige kleine Cols, durch wilde Schluchten und karge Berglandschaften, 771 Kilometer und knapp 17'000 Höhenmeter. Ein unvergessliches Abenteuer zusammen mit ganz tollen Leuten, top organisiert von quäl-dich.de und zu 150% weiter zu empfehlen! Es war soooooooo schön!!!

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